Rück- und Ausblick zum Jahreswechsel 2020/21

Vor einem Jahr dachten wir, das Jahr 2020 werde geprägt sein vom Jubiläum der Wiedervereinigung und der Ratspräsidentschaft der Europäischen Union. Beides ist im Rückblick beinahe untergegangen, der dreißigste Jahrestag am 3. Oktober noch mehr als die Befassung mit dem europäischen Alltag.

Seit März sind die üblichen Arbeitstage und Teambesprechungen in unserem Büro zur Ausnahme geworden. Stattdessen haben wir uns, wie viele, an Videokonferenzen gewöhnt, auch mit Kunden und mit den Teilnehmenden an unseren Projekten.

Bis vor den Erfahrungen der letzten Monate haben wir immer argumentiert, Politik sei der Umgang mit unterschiedlichen Positionen, Meinungen und Interessen, also letztlich mit Menschen – und daraus abgeleitet, dass bei der Politikvermittlung der persönliche Kontakt unverzichtbar sei. Hier mussten wir neu nachdenken und zügig Neues auf die Beine stellen.

Mittlerweile sind Online-Planspiele fast Alltag geworden. Für spezifische Zielgruppen haben wir komplexe Angebote entwickelt: Seminare für Stiftungsstipendiat*innen, ein „virtuelles Sommercamp“, Seminare über Außen- und über Europapolitik, sogar einen virtuellen „OpenSpace“ und regelmäßige Vorträge vor unterschiedlichem Publikum. Die Krise hat uns zu Neuem gezwungen.

Manches werden wir gerne wieder aufgeben. Vieles wird aber auch bleiben und unsere weitere Arbeit befruchten: Digitale Illustrationen, neue Möglichkeiten der Interaktion mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern, aber auch die Erfahrung, dass schnelle Taktung und kurze Einheiten Politikvermittlung gerade bei jüngeren Zielgruppen ansprechender machen können.

Nach Ende dieses sehr besonderen 14. Geschäftsjahres unserer gemeinsamen Agentur freuen wir uns, dass wir durch Kreativität und den hohen persönlichen Einsatz auch unserer Mitarbeiter*innen bislang ohne größere Blessuren durch die Krise gekommen sind. Was die Übersetzung unserer Angebote in die digitale Welt angeht, haben wir noch viele Ideen. Die Erarbeitung digitaler Angebote hat das Potential, dauerhaft zum zusätzlichen Geschäftsfeld zu werden. Insofern schauen wir neugierig und zuversichtlich auf das neue Jahr – und freuen uns auf Austausch und Zusammenarbeit mit Ihnen.

Heidi Ness und Frank Burgdörfer

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